Der Rheinländer an sich ist ein netter Schlag von Menschlein. Mein Lieblingsmensch ist Rheinländerin, genauer gesagt Niederrheinerin. Doch das soll hier jetzt keine Rolle spiele. Rheinländer bleibt Rheinländer. Das sag ich als geborener Sachse, der in Berlin aufgewachsen und entsprechend geprägt worden ist.

So sollte es auch nicht verwundern, dass mir einige Bräuche fremd sind. Meine rechte Augenbraue, mehr als verwundert, in die Höhe schnellen lassen. Solch ein Brauch ist Karneval. Ich bin im Anfang meines 7. Jahres im Rheinland und reibe mir immer noch verwundert die Augen, wenn am Rosenmontag um 12.00 die Läden schließen, Hauptstraßen verwaisen und merkwürdige Gestalten durch die Nebenstraßen ziehen.

Bisher habe ich noch keinen Karnevalsumzug gesehen. Irgendwie war immer einer krank oder das Wetter war einfach nicht so, dass ich mich nach draußen begeben musste. Gestern war ich nur leicht verschnupft und das Wetter war stabil, wenn auch arschkalt.

Praktisch ist, dass der Zug in Krefeld eine Parallelstraße weiter vorbeizieht. (Ein Zug zieht! Fährt oder geht nicht… maulte korrigierte der Lieblingsmensch liebevoll gestern) Wir waren eine Stunde vorher an der Strecke, beobachteten das bunte Treiben und die mehr oder minder tollen Kostüme. Der Zug an sich war lustig mit anzusehen. Was mich verwirrte – Es gab mehr als nur ein Kinderprinzenpaar. Komisch.

Meine allererste Kamelle – Eine Toilettenpapierrolle, die ” Die Partei” geworfen hatte. Toll… Ansonsten blieben mir 2 Nappo, ein Küchlein und eine Lakritzstange. In Wahrheit habe ich die Sachen auch nur gefangen um mir keine Beulen am Kopf einzufangen. Durchgefroren, aber doch sehr bespaßt, sind wir dann schnell nach Hause und beschlossen nächstes Jahr wird dann von Altweiber bis Rosenmontag durchgefeiert. Ganz sicher. Vielleicht. Ich denke eher nicht….

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13. Februar 2018

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